* Klagender, wortloser Frauengesang * Kennst du deinen Berg? – Wolltest du dich einreihen? Ich war lange nicht mehr so froh, diesen verdammten Hügel zu sehen * Jubelruf * Danke vielmals – Das war gut Super Merci. Danke David, danke für alles – Merci * Eindringliche Musik * Frankreich, Mont-Blanc-Gebiet Sieben Menschen sind aufgebrochen, um sich einen Traum zu erfüllen Es ist ihr erster Tag auf der berühmten Haute Route, einer Skitour quer durch die Alpen, von Chamonix nach Zermatt 80 km, 7’000 Höhenmeter – in sechs Tagen von Hütte zu Hütte Gut, packt mal die Felle weg! Ihr könnt auch reinkommen Die Gruppe sieht sich heute zum ersten Mal Mit dabei: Olympiasiegerin und ehema- lige Weltcupfahrerin Dominique Gisin sowie ihre frühere Skirennfahr- kollegin Fränzi Aufdenblatten Vielleicht Severin David Fasel ist ihr Bergführer, zusammen mit Bruno Jelk, dem ehemaligen Rettungschef von Zermatt Auch dabei: der CEO der Allianz-Gruppe Schweiz, ein Heilpädagoge, eine Tochter mit ihrem Vater und eine junge Frau, die in Gedenken an ihre verstorbene Mutter auf der Tour dabei ist Ich war lange nicht mehr in einem Schullager * Eindringliche Musik * Die Haute Route durch die höchsten Berge der Alpen – ein Mythos auf der ganzen Welt Eine Herausforderung für alle, die sie wagen Vor ihnen liegen lange Tage, in denen sie an ihre Grenzen kommen werden Nur als Team können sie die Strecke meistern die Cabane du Trient Es ist ihr erster gemeinsamer Abend Alle sind gespannt, mit wem sie unterwegs sind Ich arbeite 80 % bei Swisscom Und daneben studiere ich Wirtschaft Und ich habe Familie in Zermatt, meinen Freund in Brig, ich wohne in Bern und Das alles mit den schönen Ver- pflichtungen meines früheren Lebens Ja, vielleicht mal Zeit haben, ein wenig über mich und das Leben nachzudenken Wenn man mal am Anschlag ist, kommen vielleicht all die Sachen raus, die man im Alltag gar nicht so weit kommen lässt Ich habe auch schon vor einer Weile mit Skifahren aufgehört Im Moment studiere ich Physik an der ETH Zürich Ich befinde mich im Endspurt meiner Berufspilotenausbildung Das ist eine meiner Langzeitleidenschaften Ich meine, was Fränzi gesagt hat, ist bei mir schon auch ein Thema Für mich ist es auch immer Lebensqualität, sich mal eine Woche zu nehmen – sei das auf der Haute Route oder eine Woche Windsurfen Das ist für mich auch wichtig Ich habe nach 30 Jahren Arbeit an einer Schule die Entscheidung getroffen, zu kündigen Ich höre dort mit der Arbeit auf und versuche, mich selbstständig zu machen Und damit habe ich mich auch entschieden, mutiger zu werden Ich habe mich bis jetzt nicht so als mutigen Menschen erlebt Ich habe jetzt also diese Entscheidung getroffen, und die Entscheidung, auf die Haute Route zu gehen, hat damit zu tun Bei mir war die zeitliche Verfügbarkeit ein Hindernis, also: Kann ich mich einfach für eine Woche aus dem Büro verabschieden? Wir haben diese Woche Morgen haben wir eine Verwaltungsratssitzung dieser Firma, übermorgen ist eine Geschäftsleitungssitzung usw Ich musste mich organisieren, also Stellvertreter besorgen – oder solche, die mir einfach helfen, diese Zeit zu überbrücken Das ist mir gelungen, und darum habe ich definitiv zugesagt Ich bin alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Jungs –

sie sind dreieinhalb und fünfeinhalb Ich arbeite 60 % als Oberstufenlehrerin Meine Freizeit beschränkt sich auf sehr wenige Tage im Monat, an denen ich noch wirklich etwas tun kann Ich war vor 50 Jahren schon mal auf der Haute Route und es hat mich immer interessiert, wie es heute aussieht – die ganze Umgebung Für mich ist das die letzte Gelegenheit, noch einmal auf die Haute Route zu gehen Ich habe die Tourenski quasi von meiner Mutter geerbt Dann waren diese Ski da, und das hat schon auch den Reiz ausgelöst Was hat sie dazu gebracht? Wieso hat sie so gerne Skitouren gemacht? Ich will das nachfühlen Das ist das Besondere * Eindringliche Musik * Auf der Haute Route wollen alle eine Auszeit von ihrem Alltag nehmen Bergführer David Fasel aus Verbier führt seit Jahren regelmässig Gäste über diese Route Der Start zur Tour war heute Morgen in Argentiere neben Chamonix Von dort ging es hoch zur Argentierehütte Morgen wird die Gruppe zur Cabane du Trient in der Schweiz weitergehen, dann über Verbier hoch zur Cabane Mont Fort Von dort in die Cabane des Dix, ins Bivouac de Bouquetin Die Ankunft ist am sechsten Tag in Zermatt Auf das Team warten 7’000 Höhenmeter, 80 km, meistens auf 3’000 m Höhe inmitten der Viertausender Am besten seid ihr um 5 Uhr hier Ich stehe um 4.45 Uhr auf Ihr müsst selbst schauen Am besten packt ihr heute Abend schon den Rucksack Es sind schon noch einige Leute hier Am Morgen wird es hektisch Tipptopp, danke * Klagender Frauengesang * * Sie sagt nichts. * Morgen. Nicht so wach? Mein Magen spinnt – Nein! Ich hab kein Auge zugetan – Nicht im Ernst. Vom Abendessen? Ich weiss auch nicht Der nächste Morgen beginnt mit einer unangenehmen Überraschung Gut geschlafen? – Nein, es hat mir den Magen Es hat meinen Magen War dir schlecht? – Ja Richtig übel. Etwas war nicht gut Bist du auf dem WC gelandet? – Ja, eben erbrechen Ich mache heute langsam David Fasel wird heute mehr Verantwortung übernehmen müssen Jetzt, die Felle Haben alle ein Fell dabei? Den Pickel? – Ja Steigeisen? Das ist so das Wichtigste Wir rutschen hier gerade runter Einfach langsam gehen und etwas Distanz zwischen euch lassen! Bruno, bis da unten, wo wir dann die Felle montieren, gehen wir zusammen Ich gehe voraus, du folgst Dann gehen wir einfach gemütlich Ist gut? Das Wetter ist gut. Ihr werdet sehen, das wird ein super Tag. Also! Hopp! Testet mal die Skis und schaut, ob sie halten! Noch einmal beide Seiten! Gut, auf geht’s! Der Schnee ist nach einer eiskalten Nacht steinhart, und die erste Abfahrt führt durch steiles Gelände Vor solchen Passagen hatte der 72-jährige Paul Zeller bereits im Vorfeld Respekt * Spannende Musik * (Paul) Verdammt noch mal! Paul, aufstehen! Aufstehen! – Verdammt noch mal! CEO Severin Moser muss eingreifen Nimm die Ski noch mal zurück! Mach den Ski auch parallel! So ist gut Er hilft, damit Paul nicht in die steilen Felsen abrutscht (Severin) So, komm nur! – (Paul) Ja * Eindringliche Musik * Ich bin gestürzt Aber … es geht schon

Die nächste Schwierigkeit wartet bereits: der Aufstieg zum Col du Chardonnet Die kämpfen da oben ziemlich mit den Harscheisen Planänderung! Steigeisen an und die Skis auf den Rucksack schnallen! Die wenigsten haben bisher viel Erfahrung mit dem Gehen auf Steigeisen Habe ich das richtig eingefädelt? Ja Jetzt muss ich das so Ich habe zum ersten Mal Steigeisen an und zum zweiten Mal Skis auf dem Rücken Aber eine so lange Passage habe ich noch nie gemacht Aufgebrochen ist die Gruppe heute in der Argentierehütte Jetzt sind sie auf dem ersten Aufstieg auf den Col du Chardonnet Weiter geht’s über das Fenetre de Saleinaz zur Besteigung der Aiguille du Tour Ziel ist die Cabane du Trient auf 3’170 m Über 10 km und 1’040 Höhenmeter beinhaltet dieser Tag Dafür sind 5-7 Std. reine Laufzeit geplant * Klagender Frauengesang * Ihr müsst die Stöcke gut festhalten! Es sind auch schon Stöcke fallen gelassen worden Es ist der erste Test Bergführer David muss herausfinden, wie sicher die Gruppe unterwegs ist Das war gerade eine Stelle, an der man nicht ausrutschen sollte Es würde nicht viel passieren, aber so ein paar blaue Flecken hätte man danach schon Aber dafür, dass Peter zum ersten Mal mit Steigeisen geht, geht das ganz gut (Yolanda) Wie geht’s dir, Papi? – Ja, so weit gut Es ist einfach etwas steil Ich habe keine Angst, aber das Atmen * Er keucht. * Direkt hinter dem 72-jährigen Paul ist seine Tochter Yolanda Jeder sucht seinen eigenen Rhythmus in knapp 3’000 m Höhe – nicht nur Carmen und Peter, sondern auch die ehemalige Spitzensportlerin Dominique Gisin Bruno Jelk folgt, geschwächt von seiner Magenverstimmung Gleich etwas trinken! Legt eure Sonnenbrillen nicht zu weit weg! Wir brauchen sie vielleicht plötzlich Langsam gehen, einfach langsam gehen! Es hat keinen Sinn, sich zu beeilen Sonst bringt’s nichts Ich würde am liebsten gleich mit Steigeisen weitergehen Es gefällt mir nicht, dass wir Felle aufziehen müssen Warum? – Es gibt eine andere Sicherheit Es ist früher Morgen und mit der Spitzkehre Ich fühle mich so sicherer, und es ist angenehmer, wenn es gerade schon läuft Felle aufziehen und Harscheisen montieren Dominique greift Fränzi unter die Arme Das ist das Blöde ohne Servicemann, was? Ich habe ja einen Ich bin froh drum Die hatte ich noch nie dran Nächstes Mal weiss ich es hoffentlich Ich hätte mir besser erst die Nase geputzt Das wäre nicht schlecht gewesen Du kannst gut noch was drauftun – Sicher? Ich bin megafroh, wenn du mir hilfst Du kannst ruhig mehr schmieren – Hast du noch Einer muss in der Gruppe der Clown sein Könntest du mir bitte noch den Spiegel hinhalten, Carmen? (Carmen) Du kannst ihn anschauen, ihr seht etwa gleich aus Ach, so wie sie? – Nein, da um die Nüstern rum Ach, die Nüstern – Ist doch gut * Eindringliche Musik * 700 m Aufstieg Auch die ehemaligen Weltcup- fahrerinnen sind technisch gefordert

Schauen wir mal! Er hat mir einen Tipp für diese Spitzkehre gegeben Er ist auch sportlich fit Aber wie macht man das jetzt? Das ist So – Aha, mehr so? Ja, ja – Aber nicht zu viel, ja Ja, so … Genau So geht’s leichter Ja, wir machen noch ein paar Das lohnt sich Danke – Der kann natürlich Der macht schon Sport, sonst würde er das nicht schaffen Nah am Erbrechen Ausgerechnet Bruno Jelk leidet heute am meisten Er ist es gewohnt, als Bergführer vorauszugehen, und kennt die Haute Route bestens (David) Steigeisen anziehen, Felle wegnehmen und die Skis auf den Rucksack schnallen! Bruno, dir geht’s nicht gut, was? Nein. Wenn das nicht besser wird, hat es keinen Sinn Keine Chance? Aber … Wollen wir nicht in der Hütte mal schauen? Können wir machen, aber wenn’s nicht geht, hat das keinen Sinn Ich kotze immer hart, weisst du? – Aha, ja, ja Da bekommt man nicht richtig Luft – Ja Aber wir gehen jetzt noch ein bisschen, und dann entscheiden wir Wenn’s nicht geht, geht’s nicht – Ja, ja Wir schauen mal Ich muss einfach langsamer gehen Ja. Gut, tipptopp Wie geht es mit Bruno weiter? Die Gruppe ist gross Sie braucht zwei Bergführer, um sicher durch die Woche zu kommen * Eindringliche, majestätische Musik * Nach 3 Std. ist der Col du Chardonnet in Griffnähe – das Tor zu den Walliser Alpen (David) Wir sichern den oberen Teil Von da an können sie selbst gehen 3’323 m sind erreicht. Die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz Dahinter: ein steiles Couloir Den Karabiner lösen! Der zweite Teil ist nicht so steil Haltet euch am Fixseil fest und geht runter! Aber lauft hier oben auch, sonst kann ich euch auch abseilen Rückwärts runtergehen? – So seitwärts Oder rückwärts – wie du willst – Gut Das ist keine Hexerei Wir gehen gleich zusammen. – Gut David sichert die Passage mit einem Seil Man muss einfach nicht zu schnell runterlassen Yolanda macht den Anfang Am Anfang ist es ziemlich steil, aber unten können sie dem Fixseil allein folgen Seil frei! Danke. Du kannst gemütlich losgehen – Ja, ist gut Für Yolanda ist der Abstieg kein Problem, denn sie ist SAC-Tourenleiterin Es ist gewaltig. Was will man mehr? Schönstes Wetter überall Da unten sind ein paar Wolken Und dann so coole Sachen machen Mit den Skis, nicht runtertrotten Ist es bis jetzt gut gegangen? – Ja, ja Als Nächstes ist ihr Vater Paul an der Reihe (David) Gut Ja, schön breit stehen. Tipptopp Paul seilt sich nicht zum ersten Mal ab (Paul) Nein, nein – Nein, nein Er hat schon einige Kilometer abgeseilt Und der Papa? – Ja, das geht gut Hier runter, das ist für ihn nicht so schlimm Die blöde Abfahrt heute Morgen war für ihn das Schlimmste Dieses Steinharte (David) Okay, Paul, du kannst entlasten, lösen und gemütlich weitergehen! So Geht’s gut? – Ja, ja Oben wartet Peter Nervös, aber zuversichtlich Gut Du hast dich auch schon abgeseilt – Nein Das ist nicht nur für mich eine Visitenkarte, sondern auch für dich Das stimmt. Hast du das Geschirr richtig geschlossen? Gut Also, einfach schön aufrecht stehen und breitbeinig rückwärts gehen Ich mache am Anfang schön langsam – Ja, gerne Ich gebe mir Mühe. Und die Richtung? – Bravo, gut gemacht! Das geht gut – Du kannst ruhig hochschauen Nicht auf die Füsse schauen! (David) Gut! Gut, Peter! (Yolanda) Super, Peter! Du kannst entlasten, das grüne Seil lösen und dem Fixseil folgen

Langsam! Gut! Ein weiterer Schritt hin zum Mut Auch Fränzi macht sich bereit In der Sache bin ich etwas pedantisch Ich hasse es, wenn die Brille dreckig ist Hast du entschieden, welches Glas du reintust? Jetzt habe ich nur noch eins, aber früher war das am Vorabend eines Rennens ein Ritual Ja, ja. Es musste immer sauber sein Jetzt wäre es wohl nicht mehr so entscheidend, aber Sauber? Ja, ich fahre schon Ich fahre schon gerne Verschiedenes Aber es wäre Es wäre sicher eine Herausforderung Es wäre nicht völlig alltäglich Aber deswegen sind wir ja hier Die Olympiasiegerin bringt sich in Position Als Einzige wagt Dominique Gisin die Abfahrt im engen und steilen Couloir (David) Fahren! * Spannende, heroische Musik * Hier sind all die Steine Einen Sturz am Anfang der Tour möchte sich Dominique nicht leisten – sie, die in ihrer Heimat Engelberg oft Freeriding macht Ja, unten ist es etwas mühsam mit den Skis Das ist schon nicht der höchste Spassfaktor Aber oben war’s cool Yolanda nutzt die Pause für eine SMS Ja, kurz schauen, ob es den Kindern gut geht Ich schicke ihnen ein Küsschen Die Bilder gehen nicht raus, aber sie bekommen zumindest ein Küsschen von mir Ich habe gesagt: “Wenn ich die Chance bekomme, nehme ich mir diese Auszeit jetzt.” Meine Mutter hat gesagt: “Mach’s, wenn du die Chance hast!” “Ist gut. Mach’s!” Es war dann schon immer wieder so: “Ja, soll ich wirklich?” “Darf ich das als Mutter?” Aber … ja Ich bin jetzt hier und es ist gut Und den Kindern geht’s sicher auch gut * Eindringliche Musik * Die Gruppe ist jetzt seit 5 Std. unterwegs Die Sonne brennt auf den Gletscher Es geht hinauf zum nächsten Felsübergang, zum Fenetre de Saleinaz Das ist ein ziemliches Loch hier Hast du das gesehen? Vorbei an offenen Gletscherspalten Ein Fehltritt kann fatale Folgen haben Geht’s, Paul? – Ja, geht schon Pass auf, dass du nicht abrutschst! – Ja, warte! Versuch, aufzustehen! Geh ihm mal helfen! Yolanda hilft ihrem Vater (David) Damit das gerade wird – Die Steighilfe muss draussen sein Dann geht’s besser. So, jetzt – Vielleicht geht’s besser Zur Sicherheit zieht die Gruppe die Steigeisen an Ich probier’s mal, sonst schnallen wir sie auf! (Yolanda) Ist gut, wenn ich – (David) Ja, das geht nicht Gut – Aufschnallen! Aber nicht direkt vor dem Loch! Hier aufbinden! (David) Jetzt wissen wir ja, wie man die Steigeisen anzieht Und oben machen wir eine Pause. Gut? (Severin) David, die Felle weg? – Äh Wartet noch! Wir machen oben sowieso eine Pause Peter, zieh die Steigeisen richtig an! David nimmt Pauls Ski Yolanda geht auch ohne Steigeisen * Eindringliche, pulsierende Musik * Es folgen weitere 100 m steiler Aufstieg bis zum Fenetre de Saleinaz – mit Ski und Gepäck auf dem Buckel Der Schnee wird durch die Hitze immer weicher Die Gruppe hat bereits einige Höhenmeter in den Beinen, und es ist erst der zweite Tag der Tour Vater und Tochter sind die Ersten (Yolanda) Super! * Paul keucht. * Perfekt Jetzt ist es noch wärmer – Noch wärmer, ja

Aber es ist besser gegangen, als ich dachte Wie geht’s Bruno? – Tja Es wird schon, aber gerade mit der Hitze Es schlaucht ihn schon, aber es wird schon Schau, da kommt Peter! Peter, steh auf! Gut, ja. Es geht einfacher, wenn du aufrecht bist Komm, noch drei Schritte! Schön Ah! Das war sehr anstrengend Alles gut? – Alles gut, aber anstrengend * Stimmengewirr * (Fränzi) Ich bin wirklich etwas neidisch auf euch zwei Dass du das mit Papa machen kannst, ist cool Das würde ich wirklich gern machen Aber dafür müsste ich noch mal herkommen Aber vielleicht finden wir ja irgendeine andere Route Bruno Jelk – der Mann, der es schon ein Leben lang gewohnt ist, auf der ganzen Welt Leben zu retten – hat im Aufstieg sein Gepäck abgeben müssen Bruno, wie geht’s dir? – Ja, mühsam, nicht? Ich glaube, ich tausche wieder mit dem Aspiranten Das bringt mehr Also, ich gehe noch auf den Berg da David plant derweil eine zusätzliche Klettertour Bis auf den Gipfel? – Ja, den mittleren Das geht auch wieder so hoch – Oben ist es Felsklettern Meinst du, ich schaff das? – Ja 2 Std. hin und zurück? Wir müssen noch für die nächsten Tage Ja, morgen ist schon noch Ach, komm doch einfach mit! – Ich kann ja sonst stehen bleiben Sonst musst du mich einfach aushalten. Ich werde mühsam (Dominique) Du kannst sonst bei mir im Skidepot bleiben Ja, also gut – Gut, dann machen wir’s so Dann gehen Paul und Peter mit Bruno zurück Wer noch Kraft und Energie hat, will sich den zusätzlichen Gipfel nicht entgehen lassen Ja, sehr gern Hast du noch Platz? Hast du deine Waden eingecremt? – Ja, habe ich Denn sonst Das ist nicht meins – (Peter) Darf ich’s haben? * Klagender Frauengesang * Der Gipfel, so verlockend er aussieht, ist nicht für alle realistisch Bruno fährt mit Paul und Peter über den Gletscher direkt zur Cabane du Trient Während die anderen weiter zur Aiguille du Tour aufsteigen Inzwischen ist es Mittag Die Sonne brennt vom Himmel Nach dem eiskalten Morgen herrschen auf 3’000 m Höhe jetzt Sommertemperaturen Die Trinkflaschen sind fast leer, der Proviant gegessen Die Hitze setzt allen zu Auch Olympiasiegerin Dominique Gisin kämpft Auch das steht nicht im Lehrbuch Und die Kletterpartie steht noch bevor Wir lassen die Rucksäcke hier Könnt ihr irgendwie Sicherung machen? – Nein, da passiert nichts Die Steigeisen ans Geschirr hängen Jetzt ist mir auch klar, warum es nie abwärts geht Es geht ja einfach nur rüber Scheisse! Jetzt muss ich was trinken Ich habe solchen Durst Carmen, ist es anstrengend? Euch sollte man einen Fragenkatalog geben – mit besseren Fragen Ja, ich bin patschnass Jetzt geht’s am Anfang einfach etwas zu schnell, oder es ist einfach genug Ja. Ich glaube, ich merke auch, dass wir nie so richtig länger Pause machen Aber ich habe jetzt dann eine, weil ich ja nicht mit raufgehen muss Carmen, was ist dein Plan? Was mein Plan ist? – Ja An einem Rucksack vorbeigehen und eine Trinkflasche rausholen, das wäre das Beste – Aber du kommst mit auf den Gipfel? Ja, so weit es eben geht – Wir gehen gemütlich Handschuhe mitnehmen? Zieh sie nicht an, aber nimm sie mit! Peter, Bruno und Paul sind fast schon am Ziel Die Cabane du Trient ist ein alter Steinbau, die erste Hütte auf Schweizer Boden Übernachtet wird auf 3’170 m Bruno, geht’s? Nein, ich kann mich nicht erholen Ich kann nicht erbrechen, weisst du?

Hat sich das mit dem Laufen nicht verbessert? Nein. Ich muss mich abkämpfen, damit ich einigermassen mithalten kann Als erfahrener Bergführer kennt Bruno die Strapazen der Haute Route und weiss: Wer nicht 100%ig fit ist, kann die Tour nicht durchstehen Ich dachte: “Ja, die Woche ist noch lang.” Darum ist für heute genug Paul? – Für mich … * Räuspern * Für mich ist es einfach, weil die Woche noch lang ist Diesen Gipfel muss ich nicht unbedingt gehabt haben Ich muss meine Kräfte für die ganze Woche schonen, also einteilen Und morgen wird auch wieder happig Ich hatte ja zwei Hüftoperationen Da habe ich einen ziemlichen Rückschlag erlitten Ich habe natürlich schon Training eingebüsst, also dort eine Einbusse erlebt Das merke ich auch Er spricht von Kräfte einteilen – das merke ich auch Es ist auch mit 56 nicht mehr so, wie es mal war, ganz klar Inzwischen ist David mit seiner Gruppe kurz vor dem Gipfel Schön, wie im Sommer Alle sind mitgekommen, auch Carmen Durst. Ist es klug, aus dieser Gosse zu trinken? David, darf ich aus dieser Pfütze trinken? Nein, das mache ich nicht – (Fränzi) Trink einfach! Also, ich trinke einfach – (David) Du kannst auch lecken Da unten ist noch ein Molch (Fränzi, lachend) Das ist nicht dein Ernst Nein * Schlürfen * Sie trinkt Ja Nach über 7 Std. ist der erste Gipfel der Tour erreicht Gratuliere. Danke vielmals Gratuliere Gratuliere auch – Gratuliere Wie hoch ist der? – Ich habe 3’534 – 3’500 Das ist gut. Und wie heisst er? – Aiguille du Tour Du Tour? Mhm Vielleicht fragt dich mal jemand – Eine ziemliche Tour (David) Aber die Aussicht ist grandios Ich bin froh, wenn wir runtergehen Ich kann nicht so rumschauen Ist in Ordnung – Bereust du es jetzt? Vielleicht morgen, wenn ich Blasen und Muskelkater habe Der Aufstieg war nicht so schlimm von der Kraft her Das Hochtreten war anstrengender Ganz gemütlich. Dominique, du musst dich einfach beschweren! Ja, ja, ich jammere dann schon Vielleicht sehen wir einander noch – Hoffen wir’s Danke sehr und ganz gute Besserung Danke – Und sonst in Zermatt. Danke auch Schweren Herzens hat Bruno entschieden, mit dem Heli, der für Kamerateams und Transport zuständig ist, ins Tal zu fliegen Es geht nicht mehr, was? – Heute jedenfalls nicht Es hat keinen Wert Hier oben erholt man sich nicht, und morgen noch einmal hinterherlaufen bringt’s nicht Mit David hast du ja gesprochen – Ja, ja Bruno fühlt sich nicht mehr in der Lage, weiterzumachen, und hofft, dass er sich in Zermatt erholen kann, um vielleicht später noch einmal zurückzukommen (David) Gut, fahren! Kommt! Währenddessen freut sich Davids Gruppe auf eine lange Abfahrt (Carmen) Ui, nein! Ich habe noch die Gehfunktion drin Du solltest langsam wissen, dass ich blond bin Du könntest wirklich aufpassen So blöd! Au Mann! * Majestätische, eindringliche Musik * Eine Entschädigung für all die Strapazen Juhui, endlich! Nach über 8 Std werden die Gipfelstürmer in der Cabane du Trient erwartet Zeig mal eine Dose! – Das macht sie fertig Nein, im Gegenteil Wollt ihr ein Bier haben? – Was? Ein Bier? – Hauptsache, was zu trinken Das würde ich auch meinen – Es gibt Cola Ihr könnt die Ski hier ausziehen Ihr müsst sie nachher runtertragen Ihr seid Schätze – Hier Ah, danke – Super

Danke vielmals – Hey, bravo Danke – Zum Wohl! Bravo! Danke vielmals – Bravo Angekommen. Zum Wohl! Ja, es war schön – Wart ihr alle oben? Ja – Gut Heiss, aber schön – Heiss, aber schön Gratuliere. Prost! – Ja, cheers! Heiss. Ich habe am Morgen nicht genug getrunken Als es so warm wurde, merkte ich, dass ich mega durstig wurde Ich kippte alles runter, was ich hatte, und noch mehr, aber dort drüben hatte ich schon wieder nichts mehr Jetzt bin ich einfach mit dem Wasser am Anschlag Total dehydriert also? – Ja, es ist einfach so heiss Wirklich abartig Ich bin nicht für diese Wärme gemacht (Fränzi ) Um morgens für 5 Min. nicht frieren zu müssen, war mir jetzt 6 Std. zu heiss So lernt man (David) Du hattest Recht mit deinem Papa Ich weiss, ich kann mich auf ihn verlassen Auf dem Gipfel sagte sie, der Papa sei gut dressiert Der warte mit Getränken – Prost! Danke vielmals (Paul) David, wer kommt noch? – Carmen. Und Ralph Ralph ist ein Kamel. Der braucht Der kann auch drei Tage ohne Getränke sein Ralph Weber, der Bergführer, der für das Filmteam zuständig ist, hat sich Carmen angenommen (Peter) Es war sicher heiss – Ja Das wundert mich nicht Du, vielen Dank – Gerne Danke dir – Alles Gute! Du hast es geschafft Jetzt habe ich es dir über den Rücken gekippt. Dreh dich um! Nicht halb so wild – Pardon! Hey, du hast es geschafft Bravo! Gratuliere. – Danke Ich war zwei-, dreimal so Vom Psychischen her hatte ich während des Aufstiegs wirklich Mühe Ich habe Mühe, wenn ich an andere angeseilt bin Das ist ein wenig wie Platzangst – nicht weg oder ausweichen können Und dann ging es wirklich ziemlich steil abwärts Die Höhe ist auch nicht mein Ding Beim Fliegen hat mir das sehr gefallen, und auf Bahnen und so ist es auch so, aber hier hatte ich wirklich etwas Mühe damit Sante! – Gesundheit! Auch CEO Severin Moser geniesst die Pause Hast du bis jetzt mal deine E-Mails gecheckt? Nein, habe ich noch nicht – Und jetzt? Jetzt … schaue ich mal Aber ich habe vorhin gesehen, dass ich keinen Empfang habe Für die E-Mails müsste ich auf diesen Hügel steigen Ich habe mich noch nicht dazu durchringen können (Peter) Noch nicht – Vielleicht gehe ich noch Ich habe aber geschaut, und ich habe 23 WhatsApps Die meisten sind privat, aber einige sind auch geschäftlich Severin Moser ist ehemaliger Zehnkämpfer und trainiert noch heute täglich Als CEO bei der Allianz Schweiz führt er 3’500 Mitarbeiter und hat sich vorgenommen, in dieser Woche keine Mails zu beantworten Es sind 38 E-Mails reingekommen – In zwei Tagen? Ja. Das ist nicht so schlimm, oder? Wenn ich ehrlich bin, habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke, dass die anderen jetzt in einem Sitzungszimmer sind und irgendwo da unten im Dunst eine Sitzung abhalten, während wir so tolles Wetter und so ein Panorama haben Man darf sich selbst nicht zu wichtig nehmen Man ist ja ein Rädchen im ganzen Räderwerk Natürlich hat man eine exponierte und wahrscheinlich wichtige Funktion, aber jeder ist letztlich ersetzbar Wenn man sich nicht allzu wichtig nimmt, kann man auch mal so eine Woche überstehen Zu ersetzen ist nun Bruno Jelk Mit seinem Abgang hat das Team den zweiten Bergführer verloren Jetzt haben wir eben das Problem, dass Bruno uns verlassen musste – wegen des Magens und Aber so ist es jetzt einfach Wie ziehen trotzdem weiter Wir haben das besprochen und gesagt, dass wir ja noch eine erfahrene Berggängerin dabei haben Wenn wir zwei Seilschaften machen müssen, ist Yolanda Seilführerin der zweiten Seilschaft Ist das gut für dich? – Das ist gut für mich Ist das gut für euch? – (Alle) Ja Aber morgen versuchen wir, ein wenig Ski zu fahren, nicht nur zu traversieren – Yes! Ist das gut? Passt das? – Super, ja, das passt David will mit SAC-Tourenleiterin Yolanda vorerst allein weitermachen und hofft, dass Bruno wieder fit wird * Klagender Frauengesang * Am nächsten Morgen ist um 4.30 Uhr Tagwache

Das ist keine Philosophie Fränzi ist eher ein Morgenmensch Man sieht nichts Jeden Tag übernachtet die Gruppe gemeinsam in einer anderen Hütte Der Ablauf des Morgens folgt einem Ritual Zuerst wird der Rucksack gepackt Das Gepäck für eine Woche tragen alle selbst – ein Rucksack wiegt mit Steigeisen und Pickel bis zu 10 kg * Eindringliche Musik * Bevor es losgeht, werden die Lawinensuchgeräte kontrolliert * Piepen * Sind alle da? Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs Yolanda macht die LVS-Kontrolle Ich gehe gleich als Erster Paul folgt mir nach, und wir warten da unten auf der Fläche Jeder muss bei Yolanda vorbeifahren Ein Piepen zeigt an, dass die Lawinensuchgeräte eingeschaltet sind * Piepen * Gut Das Wetter ist bisher stabil, und auch die Prognosen sehen gut aus Wieder stehen rund 6 Std Aufstieg, Traversen und Abfahrten in über 3’000 m Höhe bevor * Klagender Frauengesang * Die kalten Morgenstunden sind wichtig und geben Sicherheit Die Gruppe muss gegen 14 Uhr in der nächsten Hütte sein, da es am Nachmittag wieder heiss werden soll und damit die Gefahr von Nassschneelawinen steigt Dann ein abfallendes Steilstück mit einer Schneeverwehung, einer Wechte Ich glaube, es geht da lang Ich schaue dann nachher Gut Wir können die Felle ausziehen und aufs Skifahren umrüsten Ich habe immer Respekt vor solchen Wechten Ja, das Das habe ich vorher schon Ich glaube, wer mal Tourenleiterin gewesen ist, schaut einfach immer wieder bei anderen mit Unbewusst Und jetzt weiss ich, dass es bewusster ist Ja, wir müssen Paul ein wenig sichern, aber für die anderen Oder Peter. Für die Skifahrerinnen ist es sicher kein Problem Und dann … Ja, ja, eben ein wenig sichern, dann ist es gut Und das sehen Sie in der nächsten Folge: Ein vereister Steilhang fordert die Gruppe am frühen Morgen (Paul) Ja, eben nicht so gut Nicht so gut Bewährungsprobe für Yolanda als Tourenleiterin Warte bitte wieder, bis ich es dir sage! Gut, du kannst kommen Endlich 2’000 m Abfahrt für die beiden Weltcupfahrerinnen Dominique Gisin und Fränzi Aufdenblatten sowie ein Bekenntnis Es ist wie im normalen Leben auch Ich glaube, mit manchen wird es wirklich eine Freundschaft und mit anderen kommst du gut aus, aber es ist nicht so, dass wir zusammen in die Ferien gegangen wären. – Nein Und Peter kommt ins Grübeln Dann fängt es an, im Kopf zu drehen: “Wer bin ich?” “Was mache ich hier überhaupt? Gehöre ich in die Gruppe?” “Wieso will ich nicht mitreden?” Dies und mehr gleich im zweiten Teil von “Abenteuer Alpen – die Skitour des Lebens”